Learning to be Human for Global Times: Current Challenges from the Perspective of Contemporary Philosophy of Religion

Am 7. und 8. April 2017 fand das internationale Symposium „Learning to be Human for Global Times: Challenges and Opportunities from the Perspective of Contemporary Philosophy of Religion“ am Campus der Universität Wien statt. Brigitte Buchhammer und Herta Nagl-Docekal  organisierten die Veranstaltung in Kooperation mit der Forschungsplattform RaT, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Council for Research in Values and Philosophy. Die Thematik „Learning to be Human“ nahm Bezug auf den XXIV. Weltkongress für Philosophie. Dank der intensiven Zusammenarbeit von Dr. Buchhammer mit dem Council for Research in Values and Philosophy (Washington D.C.) werden die Ergebnisse der Tagung publiziert und am Weltkongress für Philosophie in Beijing 2018 präsentiert. Die Vortragenden aus sechs verschiedenen Ländern und elf verschiedenen Universitäten ermöglichten eine breit gefächerte Auseinandersetzung mit dem Thema des Menschseins und Menschwerdens im globalen Kontext. Die Forschungsplattform RaT war unter den Vortragenden durch Kurt Appel, Isabella Guanzini und Birgit Heller vertreten.  Die Eröffnung erfolgte durch Kurt Appel, der mit einer Interpretation von Hegels Phänomenologie des Geistes die Frage nach der Religion als Ort eines Bruchs des menschlichen Selbstverständnisses aufwarf. Anschließend sprach Thomas Schmidt (Professor an der Goethe Universität Frankfurt) über Georges Batailles Konzept einer atheistischen Religion und deren Bedeutung für die Intimität des Menschen. Die weiteren Vorträge zeigten die Notwendigkeit eines erneuten Hinterfragens des Menschseins besonders in ethischer Perspektive angesichts aktueller Entwicklungen wie der Klimakrise oder den wachsenden „Moral Enhancement“ Utopien. Birgit Hellers Vortrag erweitere die Diskussion durch einen religionswissenschaftlichen Beitrag um die wichtige interreligiöse Perspektive. Die darin angelegte Aufgabe einer globalen Ethik und der Erziehung des Menschen in einer weltbürgerlichen Absicht legte Herta Nagl-Docekal in einer Interpretation von Kants Geschichtsphilosophie dar. Ins Zentrum der Überlegungen rückte die Frage nach der Rolle der Religion zwischen Ethik und der Erfahrung von radikaler Kontingenz angesichts des stets krisenhaften, gebrochenen und abgründigen Charakters des Menschseins. Der komplexen und abgründigen Struktur menschlichen Begehrens und seiner möglichen Humanisierung in einer Dialektik von Begehren und Gesetz ging Isabella Guanzini in Anschluss an Jacques Lacan nach. Der Dimension menschlicher Erziehung wurde von den Vortragenden sowohl anhand traditioneller als auch moderner Positionen von Lessing bis Arendt Gewicht gegeben. Die Bandbreite der Sichtweisen auf die Thematik des Menschseins vermochte sowohl Pragmatismus als auch neue Performativitätsansätze in der Theologie zu umspannen.               

 

Programm

Zeit: 7.-8.4.2017

Ort: Campus der Universität Wien, Seminarraum des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin (= Alte Kapelle), Hof 2.8 

Koordination: Mag. Dr. Brigitte Buchhammer