Forschung und aktuelle Forschungscluster

Die Forschung von RaT gruppiert sich in der aktuellen, vierten Laufzeit des Forschungszentrums (April 2018 – März 2022) in acht thematische Cluster, die sich alle mit der Erkundung von Transformationsprozessen im Spannungsfeld von Religionen und Gesellschaft befassen. In ihnen finden die interdisziplinäre Vernetzung der Religionsforschung sowie die Schwerpunkte und Interessen der einzelnen Mitglieder eine Form. Die Vielfalt der involvierten Disziplinen ermöglicht ein breites Spektrum an Zugängen, u.a. kommen empirische und hermeneutische Methoden zur Anwendung. Die Untersuchung gesellschaftlicher Wandlungsprozesse ist folglich ebenso Gegenstand der Arbeit wie die Auslegung jener religiösen Texte, die für das Welt- und Selbstverständnis einer Gesellschaft und der ihr angehörenden Individuen von entscheidender Bedeutung sind.

Die Forschung von RaT gliedert sich in die folgenden Cluster:

Während der früheren Laufzeiten des Forschungszentrums bzw. der Forschungsplattform standen die nachfolgend gelisteten Forschungsschwerpunkte im Fokus. In Klammern sind die entsprechenden Nummern des Journals JRAT angegeben, in dem die Ergebnisse der Schwerpunkte veröffentlicht wurden.

In der ersten (März 2010 – März 2013) und zweiten Laufzeit (April 2013 – März 2016) der Plattform setzten sich die Mitglieder der Forschungsplattform mit dem Beitrag der Religion(en) zum Europa der Gegenwart auseinander. Die Thematik des Beitrags von Religion für eine mögliche neue Vision Europas zog sich als roter Faden durch die Arbeit der Plattform und ihrer Mitglieder. “Rethinking Europe With(out) Religion” war sowohl das Leitthema mehrerer Konferenzen und Workshops, wie auch mehrerer Publikationen. Ergänzt wurde dieser Zugang durch Fokussierungen, die den akademischen Diskurs über Religion in diesen Jahren stark prägten: So arbeiteten die Mitglieder etwa an Projekten zum Zusammenhang von Religion und Fundamentalismus (JRAT 2/2016), der Beziehung von Religion und Migration (JRAT 1/2017), Religionspädagogik in säkularer Gesellschaft oder zu religiöser Diversität.

In der dritten Laufzeit (April 2016-März 2018) wurde der Blick über Europa hinaus erweitert, um das Verhältnis von Kultur und Religion auch im Kontext globaler Veränderungen thematisieren zu können. Konkret wurde der Frage nachgegangen, inwieweit Religionen die Narrative und die symbolischen Ordnungen der globalen Kultur bestimmt haben und bis heute prägen. Darüber hinaus wurde untersucht, in welcher Weise Religionen auf globale Herausforderungen unserer Zeit (Ökologische Krise, Krise der Repräsentationsformen (JRAT 2/2018), Dialektik von Aufklärungsprozessen, Säkularisierung, Pluralisierung, Urbanisierung, Technisierung) reagieren. Der gemeinsame Fokus des Forschungsinteresses war dabei das Verhältnis von Religion und Grenzen (JRAT 2/2019), und zwar in geographischer, politischer, rechtlicher und symbolischer Hinsicht. Diese Perspektive, die nicht zuletzt danach fragt, wie Religionen dazu beitragen, einerseits Grenzen aufzubauen und sie andererseits subversiv zu unterminieren, begleitet das Forschungszentrum auch in der aktuellen Laufzeit (siehe dazu JRAT 2/2019).